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Grünes Licht für den Weheüberleitungsstollen: Genehmigungsverfahren erfolgreich abgeschlossen

WAG und WVER können Zukunftsprojekt für Trinkwasserversorgung und Hochwasserschutz planmäßig fortsetzen

Erstellt am: 21.09.2026

Ein wichtiger Meilenstein für den Weheüberleitungsstollen ist erreicht: Das Planfeststellungsverfahren für das gemeinsame Projekt der WAG und des Wasserverbands Eifel-Rur (WVER) ist abgeschlossen. Auch die erforderliche Baugenehmigung für den Überleitungsstollen wurde erteilt. Damit liegen die wesentlichen Voraussetzungen für die Umsetzung des Projekts vor. Besonders erfreulich: Das Vorhaben befindet sich weiterhin im vorgesehenen Zeitplan.

Geplant ist ein rund fünf Kilometer langer Stollen vom Hasselbach bei Zweifall bis zur Wehebachtalsperre. Über ihn soll bei ausreichender Wasserführung Wasser aus dem Hasselbach im freien Gefälle zur Talsperre geleitet werden. Der Stollen wird mit einer Tunnelvortriebsmaschine hergestellt und soll einen Innendurchmesser von rund 3,5 Metern haben. Seine Leistungsfähigkeit liegt bei etwa zwölf Kubikmetern Wasser pro Sekunde.

Mehr Sicherheit für die Trinkwasserversorgung

Der Weheüberleitungsstollen ist vor allem eine Investition in eine langfristig sichere Trinkwasserversorgung für den Großraum Aachen/Düren. Die Wehebachtalsperre ist bislang nicht mit anderen Talsperren verbunden und ausschließlich auf die Niederschläge in ihrem eigenen Einzugsgebiet angewiesen. Gerade die Trockenjahre 2018 bis 2022 und das aktuelle Jahre zeigen, wie stark sich geringe Zuflüsse auf die verfügbaren Rohwassermengen auswirken können. Gleichzeitig gehen Prognosen davon aus, dass der Wasserbedarf in Trockenzeiten künftig um bis zu 20 Prozent steigen kann.

Durch die Überleitung erhält die Wehebachtalsperre künftig Zugang zu zusätzlichen Rohwasserressourcen. Das erhöht die Resilienz und Redundanz des gesamten Versorgungssystems und entlastet gleichzeitig die Trinkwasseraufbereitungsanlage Roetgen. Zugleich ermöglicht das natürliche Gefälle die Überleitung des Wassers ohne zusätzlichen Energieeinsatz.

„Mit dem Abschluss des Genehmigungsverfahrens haben wir eine entscheidende Etappe erreicht. Der Weheüberleitungsstollen schafft zusätzliche Sicherheit für unsere Rohwasserressourcen und damit für die Trinkwasserversorgung der Menschen in der Region. Gerade mit Blick auf längere Trockenperioden ist es wichtig, unsere Infrastruktur heute so aufzustellen, dass sie auch unter veränderten klimatischen Bedingungen zuverlässig funktioniert“, sagt Walter Dautzenberg, Geschäftsführer der WAG.

Deutlicher Beitrag zum Hochwasserschutz

Gleichzeitig erfüllt der Stollen eine zweite wichtige Funktion. Bei hohen Wasserständen kann Wasser aus dem Hasselbach in Richtung Wehebachtalsperre abgeleitet werden. Berechnungen zufolge kann dadurch bei einem hundertjährlichen Hochwasserereignis (HQ100) der Hochwasserscheitel in Zweifall um rund 74 Prozent reduziert werden. Auch die weiter flussabwärts gelegenen Städte Stolberg und Eschweiler profitieren: Dort ist eine Reduzierung um rund 15 Prozent möglich.

„Die besondere Stärke des Projekts liegt darin, dass wir mit einer Infrastrukturmaßnahme gleich zwei große Herausforderungen angehen“, erklärt Dirk Delsemmé, Projektverantwortlicher für den Weheüberleitungsstollen. „Wir schaffen zusätzliche Möglichkeiten für die Rohwasserbereitstellung und verbessern gleichzeitig den Hochwasserschutz. Nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens können wir nun wie geplant die nächsten Schritte zur baulichen Umsetzung vorbereiten.“

Nächste Phase kann beginnen

Mit den nun vorliegenden Genehmigungen kann das Projekt in die nächste Phase gehen. Vorgesehen sind unter anderem die weiteren Ausschreibungs- und Vergabeverfahren sowie die Vorbereitung der Bauarbeiten. Für den eigentlichen Stollenbau soll eine Tunnelvortriebsmaschine eingesetzt werden. Neben dem Stollen entstehen am Hasselbach ein Entnahmebauwerk und an der Stauwurzel des Roten Wehebachs ein Einleitungsbauwerk. Mit dem nun planmäßig abgeschlossenen Genehmigungsverfahren ist dafür ein wesentlicher Meilenstein erreicht.

Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Weheüberleitungsstollen ist weiterhin bis Ende 2029 vorgesehen.

 

Über uns:

Die WAG Wassergewinnungs- und -aufbereitungsgesellschaft Nordeifel mbH ist ein Tochterunternehmen von der STAWAG  – Stadt- und Städteregionswerke Aachen AG. Die WAG stellt für die StädteRegion Aachen und benachbarte Gebiete jährlich über 40 Millionen Kubikmeter Trinkwasser bereit, welches sie an ihre Muttergesellschaft und andere Wasserversorger der Region abgibt. Damit zählt sie zu den großen Wasserversorgern in Nordrhein-Westfalen. In zwei eigenen Talsperren wird Wasser gespeichert. Zudem werden weitere Talsperren des Wasserverbands Eifel-Rur in Düren zur Trinkwassergewinnung genutzt. Darüber hinaus verfügt die WAG über sechs eigene Grundwasserwerke in der Region. Zudem betreibt die WAG acht moderne Trinkwasseraufbereitungsanlagen, in denen das gewonnene Wasser zu einwandfreiem Trinkwasser aufbereitet wird.

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